Albert, Sohn eines jüdischen Juweliers, versucht 1942 in die Schweiz zu flüchten. Als er sich vor zwei Soldaten versteckt, trifft im Wald auf einen wildernden Einheimischen, der seine Notsituation durchschaut und ihm Unterschlupf unter der Bedingung anbietet, dass er ihm auf seinem abgelegenen Hof hilft und seine Frau "befruchtet" - denn wegen der Impotenz des Bauern droht das Gehöft mangels Stammhalter verloren zu gehen. Die Bäurin ist wenig begeistert von dem lieblos pragmatischen Arrangement, konfrontiert mit einem überraschend zärtlichen Liebhaber, genießt sie aber bald die Treffen. So entspinnt sich innerhalb des isolierten Dreiecks ein von Angst, Aggression, Eifersucht und Sehnsucht nach einem anderen Leben bestimmtes Machtspiel, dem das schwächste Glied am Ende zum Opfer fällt. In die Rahmenhandlung eingebettet, die die Konfrontation des Kindes mit seinem leiblichen Vater, Auschwitz-Überlebender und nun Israeli, in Israel schildert, beeindruckt der Film als konzentriertes Kammerspiel. Differenziert und schnörkellos wird von Mitwisserschaft und Verstrickung deutscher "Normalbürger", die von der Möglichkeit der Hilfeleistung überwiegend nichts wissen wollten, in die antisemitische Ideologie erzählt (FILMDIENST).
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Deutschland 2012
100 Min.
Regie und Buch: Franziska Schlotterer Brigitte Hobmeier, Hans-Jochen Wagner, Christian Friedel u.a.
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