In der ersten Szene des Films kehrt Hein auf die Insel zurück, die er vor 14 Jahren als junger Mann verlassen hat, um sich auf dem Festland zum Lehrer ausbilden zu lassen. Aber die Bewohner*innen des Dorfes erkennen ihn nicht - oder sie wollen ihn zumindest nicht erkennen. Seine Mutter Mechthild ist dement und seine Schwester Heide war bei seinem Abschied noch so jung, dass es nicht weiter verwundern würde, wenn sie sich nicht an ihren großen Bruder erinnern kann. Aber was ist mit seiner damaligen Geliebten Greta und seinem besten Freund Friedemann? Zumindest die müssten ihn doch identifizieren können? Unter der Leitung der Dorfvorsteherin Gertrud wird ein dreitägiger, nach strengen Regeln ablaufender Prozess anberaumt, an dessen Ende darüber entschieden werden soll, ob der Ankömmling tatsächlich Hein ist oder ob er die Insel wieder verlassen muss... Wäre es nicht zugleich auch so erschreckend, könnte man es fast rührend finden, wie sich die Dorfbewohner*innen bemühen, ihrem Prozess einen Anschein von Legitimität zu verleihen. Es wird sogar extra ein Wartebereich für den Angeklagten und die Zeugen gebaut. Gerade Paul Boche zieht einen dabei mit einer wahnsinnig konzentrierten und intensiven Performance von Anfang an in seinen Bann - und auch der übrige Cast ist durch die Bank hervorragend.
Vor dem Film spielt auf der Bühne auf dem Fruchtmarkt:
BIGBAND UNLIMITED
Messerscharfe Bläsersätze, eine groovige Rhythmusgruppe, virtuose Solisten, ausdrucksstarker Gesang und ein homogener, satter Sound zeichnen die Bigband Unlimited aus. Geleitet wird die heimische Band von Ausnahmetrompeter Ralph "Mosch" Himmler, der es einfühlsam versteht, immer wieder Höchstleistungen aus den einzelnen Musikern herauszukitzeln und aus Individualisten mit Präzision einen homogenen Klangkörper zu formen. Moschs Bühnenpräsenz, seine Entertainment-Qualitäten und nicht zuletzt seine lockere, ansteckende Fröhlichkeit, gepaart mit spontanem Humor, tragen zur großen Spielfreude der Bigband Unlimited bei, was den berühmten Funken schnell auf das Publikum überspringen lässt und stets für gute Laune sorgt. Für die Heimat Europa Filmfestspiele hat die Band diesmal Klassiker der Filmmusik in ausgewählten Arrangements ausgewählt. Das Publikum darf sich auf einen schwungvollen Abend auf dem Fruchtmarkt freuen, bei dem es garantiert schwerfallen wird, die Füße stillzuhalten.