Zur Zeit des Ukraine-Kriegs trifft sich ein US-Journalist mit einem Mann, der bei Wladimir Putins Aufstieg zur Macht eine wichtige Rolle spielte, sich mittlerweile aber aus der Politik zurückgezogen hat. Im Gespräch auf dessen Landsitz entfaltet sich ein Panorama der tektonischen Bewegungen von der wild-gefährlichen Goldgräberstimmung im Russland der 1990er über die Etablierung Putins als neuer starker Mann im Kreml bis hin zum Ausbau von dessen Regime zur Autokratie. Dabei liefert das Drama nicht nur eine facettenreiche Analyse, an welchen Stellschrauben der Macht gedreht wurde, um Russlands politisches System vertikal mit Putin an der Spitze neu zu justieren. Der Film fasziniert auch mit seiner schwer durchschaubaren Hauptfigur, die als immer perfekterer Manipulator das Spiel der Macht um seiner selbst willen spielt, aber viel zu spät merkt, dass sie selbst wie alle anderen mit der Realität dessen, was sie miterschaffen hat, leben muss.
Zwischen politischem Thriller und bitterböser Satire bewegt sich der nach dem gleichnamigen semifiktionalen Roman von Giuliano da Empoli (2022) gedrehte Film und verzahnt Fiktion und historische Ereignisse.
Auch im dystopischen Deutschland 2032 gilt: Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Denn spätestens auf der Toilette sitzen alle im Glashaus.
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