"Father Mother Sister Brother" fast schon ein Alterswerk, dabei nicht nur ein ziemlich typischer Jarmusch-Film, sondern auch sehr unterhaltsam mit einem stargespickten Ensemble, zu dem u. a. Cate Blanchett, Charlotte Rampling, Vicky Krieps und Tom Waits gehören. Ein dreiteiliger Film, ein Triptychon - und es geht um die Familie. Doch die ist hier kein schützender Hafen, sondern ein ziemlich gedämpfter Resonanzraum, in dem Blicke die peinlichen Gesprächspausen überbrücken müssen, weil man sich nichts zu sagen hat. Die drei Geschichten kreisen um die Beziehungen erwachsener Kinder zu ihren teils distanzierten Eltern und untereinander. Jedes der drei Kapitel spielt in der Gegenwart, jedes in einem anderen Land: FATHER ist im Nordosten der USA angesiedelt, MOTHER in Dublin und SISTER BROTHER in Paris. Es sind Charakterstudien, ruhig, beobachtend und ohne Wertung.
Jim Jarmusch vertraut seinen Stars und ihrer Fähigkeit, in Pausen, Blicken und Gesten manchmal mehr zu sagen als mit Worten. Mit feinem Humor und feinen Fäden der Melancholie, zeigt er das Modell der Kleinfamilie als lebenslange Übung im Aushalten, Annähern, Finden und Loslassen.
Ausgezeichnet mit dem Goldenen Löwen bei den Filmfestspielen in Venedig.