Dezember 1944. Im Norden Italiens, fernab vom Donnern des vom Krieg erschütterten Europas, finden zwei Soldaten Unterschlupf in dem Bergdorf Vermiglio. Einer von ihnen ist Einheimischer, der andere ein Sizilianer namens Pietro, wortkarg, verschlossen, als würde er noch immer durch die Schlachtfelder irren. Kaum ist der Schnee von den malerischen Hügeln geschmolzen, verliebt sich Lucia in Pietro - die Tochter des örtlichen Lehrers, eines strengen, überlegten Mannes, der jedoch bereit ist, den Geflohenen in seine Familie aufzunehmen. Doch wie lange kann das Glück in so finsteren Zeiten währen?
Für die Regisseurin Maura Delpero ist Vermiglio nicht ihr erster Film, doch bislang ihr anerkanntester. Der Film wurde 2024 erstmals bei den 81. Internationalen Filmfestspielen von Venedig gezeigt, wo er in den Wettbewerb aufgenommen und mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde. Es ist ein leises Drama, das den Zuschauer mit Akribie in die Nuancen des harten Landlebens und in die Schönheit der alpinen Natur eintauchen lässt. Für Letzteres sorgt Kameramann Mikhail Krichman. Seine Kamera wirkt wie ein lebendiger Zeuge, beobachtet aufmerksam und hebt die enge Verbindung zwischen Mensch und dem Ort, an dem er lebt, hervor.