Im Grunde genommen ist es doch ein biologisches Wunder, wenn das eigene Hirn täglich reibungslos funktioniert - rational und emotional, mit den üblichen Verschleißerscheinungen, aber ohne große Aussetzer. Wer schon einmal schwere Krisen durchlebt oder Drogenmissbrauch betrieben hat, kann vielleicht erahnen, wie es sich anfühlt, wenn diese graue Masse der unendlichen Molekülverknüpfungen zeitweise ihren geregelten Geist aufgibt. Die Autorin und Regisseurin Gamma Bak erlebte im Alter von 30 Jahren nach einer Trennung einen Nervenzusammenbruch. Bak beschreibt in Schnupfen im Kopf die akuten Phasen der paranoiden halluzinatorischen Psychose, wie ein Heraustreten aus der Realität und einen ständigen Wechsel zwischen Angst, Größenwahn, extremer Verwirrung oder Paranoia. Die Diagnose Psychose ist für einen Menschen, der zuvor ein ganz normales, symptomfreies Leben geführt hat, wie ein Schlag ins Gesicht: Nicht nur gestaltet sich die Therapie als ungemein schwierig, die Medikamente bringen teils gravierende Nebenwirkungen mit sich - auch ist die Krankheit gesellschaftlich absolut tabuisiert und stigmatisiert. In ihrem einfühlsamen und intimen Selbstporträt ermöglicht Gamma Bak einen Zugang zu der komplexen Krankheit und offenbart gleichzeitig die menschliche Anfälligkeit für Krisen, die jeden treffen können.
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Deutschland/ Ungarn 2010
98 Min.
Regie: Gamma Bak Dokumentarfilm
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