Wie ein Schlag in die Magengrube wirkt die erste Szene im Regiedebüt des britischen Charaktermimen Paddy Considine. Dass man der Hauptfigur, dem von Peter Mullan wuchtig gespielten britischen Underdog Joseph, der seinen Jähzorn nicht unter Kontrolle hat, danach auch nur noch einen Funken Sympathie entgegenbringt, liegt an der geschickt entwickelten Story und der feinen Inszenierung.
Auf der Flucht vor sich selbst landet Joseph eines Tages im kleinen Charity-Laden von Hannah. Sanft, verständnisvoll und ohne Vorbehalte nähert sie sich ihrem Gast. Auch seine anfänglichen Zurückweisungen nimmt sie ebenso wie sein beißender Spott über ihren Glauben ohne jede Kränkung hin. Das imponiert Joseph, der allmählich spürt, dass er sich zu Hannah auf eine ganz besondere Art hingezogen fühlt. Hannah geht es ähnlich, doch dem sich langsam entwickelnden Glück steht ihre unglückliche Ehe mit einem tyrannischen Ekel im Weg. (Fett) Es ist genau dieses Spannungsfeld aus roher Gewalt und zarter Liebe, dem der Film seine Intensität und Kraft verdankt. Dazu kommen schlichtweg großartige Schauspieler. Peter Mullan und Olivia Colman. Kein Wunder, dass es 2011 in Sundance Preise für die beste Darstellerin und den besten Darsteller und für die beste Regie gab.
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Großbritannien 2011
89 Min.
Regie: Paddy Considine Peter Mullan, Olivia Colman, Eddie Marsan u.a.
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